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Mitarbeiter entlassen: Warum die GTM-Strategie entscheidet

MarcAktualisiert am Ursprünglich veröffentlicht am 3 Min. Lesezeit

TL;DR. Wer Mitarbeiter nur nach Lohnkosten oder Betriebszugehörigkeit entlässt, gefährdet die Existenz der Firma. Wahre Effizienz entsteht durch den Fokus auf die Zielorganisation und den individuellen Impact auf die GTM-Strategie. Der Schlüssel liegt in einer klaren Top-down-Planung, der Priorisierung essenzieller Rollen für die nächste Phase und einer Kommunikation, die verbleibende Leistungsträger absichert, bevor Unruhe entsteht.

Der schleichende Tod durch die Salami-Taktik

Stell dir vor, dein Board fordert kurzfristig Rentabilität. Du schaust in das Budget und merkst: Wir müssen 20 Prozent der Personalkosten einsparen. Viele Software-Founder machen jetzt den entscheidenden Fehler. Sie entlassen monatsweise immer nur so viele Leute, wie gerade unbedingt nötig sind. Sie hoffen, dass sich die Lage entspannt, doch das Gegenteil tritt ein.

Diese Salami-Taktik wirkt wie Gift auf dein restliches Team. Sobald die ersten Kündigungen ausgesprochen sind, beginnt das grosse Raten. Wer ist als Nächstes dran? Die besten Talente, die den grössten Marktwert haben, schauen sich sofort nach neuen Jobs um. Die Motivation sinkt, die Gerüchteküche brodelt am Kaffeestand und die Pipeline trocknet aus.

Besonders CTOs und CEOs in Wachstumsphasen unterschätzen oft den emotionalen Schaden. Ein verunsichertes Team baut keine guten Produkte und verkauft keine Lizenzen. Wenn du dich nicht sofort festlegst, wer für die Reise essenziell ist, verlierst du genau die Menschen, die du für den Turnaround brauchst. Das Management wirkt unvorbereitet und verliert die Kontrolle über das Narrativ.

Der Punkt: Deine GTM-Strategie bestimmt das Team

Diese Erkenntnis ist schmerzhaft, aber wahr: Ein Team zu verkleinern ist kein buchhalterischer Akt, sondern eine strategische Neuausrichtung deines Go-to-Market-Systems. Du entlässt nicht einfach Menschen, sondern du eliminierst Kapazitäten, die nicht mehr zu deinem neuen Zielbild passen.

Was du aus diesem Artikel mitnimmst:

  • Warum Excel-Listen nach Lohnsumme die schlechteste Entscheidungsgrundlage sind.
  • Wie du eine Zielorganisation entwickelst, die auf Impact basiert.
  • Den exakten Ablauf einer Kommunikation, die dein Kernteam schützt.
  • Wie du radikale Ehrlichkeit als Werkzeug zur Stabilisierung nutzt.

Vom Kostenblock zur Zielorganisation

Der Ursprung falscher Entlassungen liegt fast immer in einer rein finanziellen Sichtweise. Ein Software-Founder sieht oft nur die Burn-Rate. Doch wer blind streicht, zerstört wichtige Wissensinseln im Produktmanagement oder im Vertrieb. Du musst wissen, welche Funktionen für dein Überleben notwendig sind.

Der richtige Prozess funktioniert in klaren Schritten:

  1. Definiere die Einnahmen als fixen Wert für das Worst-Case-Szenario.
  2. Entwickle die Zielorganisation: Welche Rollen sind zwingend nötig, um dieses Budget zu halten oder auszubauen?
  3. Vergleiche das Team mit diesem Bedarf - unabhängig von Sympathien.
  4. Identifiziere die Key-Player, die das GTM-System in der neuen Phase tragen.

Werkzeuge wie ein sauberes Remote-Team-Management helfen dir dabei, die Performance objektiv zu bewerten, statt nach Bauchgefühl zu entscheiden. Du suchst nicht nach den Personen, die am günstigsten sind, sondern nach denen mit dem höchsten Hebel auf den Umsatz oder die Produktqualität.

Die psychologische Absicherung der Leistungsträger

Der schwerste Beweis für eine gelungene Restrukturierung ist die Stimmung am Tag danach. Wenn du es richtig machst, ist das Team zwar traurig, aber fokussiert. Der grösste Hebel ist dabei die zeitliche Abfolge der Gespräche. Du darfst nicht warten, bis die Nachricht auf dem Flur die Runde macht.

Wir haben die besten Erfahrungen damit gemacht, die verbleibenden Schlüsselpersonen vor der offiziellen Ankündigung in 1:1 Meetings zu ziehen. Du erklärst ihnen offen: Morgen wird es Entlassungen geben. Du bist explizit nicht betroffen. Wir brauchen dich für die neue Strategie, weil dein Beitrag in Bereich X entscheidend ist. Das schafft Sicherheit in einem Moment maximaler Unsicherheit. Wenn die Firma verunsichert ist, leisten Mitarbeiter wenig. Wer sich sicher fühlt, übernimmt Ownership für die neue Phase.

Was wirklich funktioniert: Radikale Klarheit

Was nicht funktioniert, ist falsche Hoffnung. Wenn du sagst "Wir hoffen, dass das die letzte Runde war", liest jeder Mitarbeiter daraus: "Es kommen weitere Runden". Eine Warnung für alle Founder: Einmal tief schneiden ist besser als fünfmal leicht ritzen. Nur ein harter, einmaliger Cut ermöglicht es dem Team, die Trauerphase abzuschliessen und wieder in den Arbeitsmodus zu finden.

Am Ende geht es darum, dein Unternehmen als funktionierendes System zu verstehen. Jede Rolle muss einen klaren Bezug zum Markterfolg haben. Ohne diese Verzahnung von Personalplanung und Business-Logik bleibt jede Entlassungswelle ein Glücksspiel mit deiner Kultur. Ein stabiles Fundament ist die Voraussetzung für jedes erfolgreiche GTM Engineering & Product Marketing, denn nur ein fokussiertes Team kann Signale aus dem Markt in echtes Wachstum verwandeln.