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Remote Team Management verschiebt die Grenzen der agilen Softwareentwicklung

Wie du aus einem exklusiven Netzwerk der besten Softwareentwickler, Produktmanager und Projektmanager der Welt deine wichtigsten Initiativen in Angriff nimmst. Durch ein strategisches Remote Team Management lassen sich die weltweit besten Talente ins eigene Team holen

Für Produktteams ist die Umstellung auf Remote Work eine Herausforderung – aber eine, die sich lohnt! Mit den richtigen Instrumenten und ein wenig Eingewöhnungszeit lassen sich die vielen Vorteile des Remote Team Managements in jedem Unternehmen erreichen. Ich arbeite bereits lange vor der Pandemie mit Remote Teams. Dabei habe ich unzählige Erfahrungen gemacht, welche nötigen Veränderungen transparent umgesetzt werden müssen und was für ein erfolgreiches agiles Produktmanagement mit Remote Teams nötig ist.

Remote Team Management – ein Überblick

Im folgenden Artikel möchte ich dir zeigen, wie du dein Team remote managst – und damit seinen Erfolg steigerst. Wesentlich sind dabei folgende Punkte:

  • Was ist Remote Work?
  • Remote Team Management und Personalentwicklung
  • Vorteile des Remote Team Managements
  • Strukturelle Veränderungen und Herausforderungen durch Remote Work
  • Fünf gute Gründe für das Remote Produktmanagement

Was ist Remote Work?

Als Remote Work wird Telearbeit bezeichnet, bei der die Angestellten von zu Hause – oder einem anderen Ort ihrer Wahl – arbeiten. Das Konzept existiert zwar schon seit dem Beginn des Internetzeitalters, wurde jedoch erst mit Pandemiebeginn wirklich populär. Wird ein gesamtes Team remote geleitet, sprechen wir von Remote Team Management. Besteht die Aufgabe des Teams in der Produktentwicklung, ist von Remote Produktmanagement die Rede.

Warum löst Remote Team Management Personalprobleme?

Fachkräftemangel und ungünstige Teamdynamiken halten viele Unternehmen heute davon ab, ihr volles Potenzial zu entfalten. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht ein harter Kampf um die besten Talente – der kaum gewonnen werden kann. Die Lösung für all diese Probleme liegt im Remote Team Management. Einige der besten Teams sind heute selbstorganisiert, funktionsübergreifend und agil. Möglich ist das dank Fernarbeit. So können Menschen aus der ganzen Welt ein Team bilden – ganz unabhängig von ihrem jeweiligen Aufenthaltsort. So ist es möglich, die grössten Talente nicht nur einer bestimmten geografischen Region ins eigene Team zu holen. Hinzu kommt der Vorteil der Zeitverschiebung: Ohne Umgehung von Schutzvorschriften kann 24 Stunden am Tag gearbeitet werden.

Remote Work mag für viele alteingesessene Führungskräfte bedrohlich wirken: Wie lassen sich Hierarchien durchsetzen? Wie behalte ich die Kontrolle über mein Team? Woher weiss ich, ob gerade wirklich gearbeitet wird? Es ist jedoch wesentlich sinnvoller ist, Remote Work und Homeoffice als Chance zu begreifen – und zwar als die grösste Chance seit Jahrzehnten. Selbstverständlich sind mit der Umstellung auf Remote Work erhebliche Veränderungen im Unternehmen verbunden. Und diese Veränderungen vollziehen sich nicht von selbst, sondern müssen aktiv eingeleitet und begleitet werden. Doch all diese Arbeit lohnt sich!

Vorteile von Remote Work

Dezentrale Organisationen haben sich als die erfolgreicheren erwiesen. Zurückzuführen ist das unter anderem darauf, dass sich die Kommunikations- und Arbeitsstrukturen innerhalb des Teams grundlegend verschieben. Remote Work setzt Transparenz und eine klare Kommunikation voraus. Gleichzeitig gewinnen alle Teammitglieder erheblich an Autonomie – was nicht nur einen Motivationsschub auslöst, sondern auch dazu führt, dass alle Ressourcen abseits starrer Zeitpläne eingesetzt werden können. All das wiederum dient letztlich dem Produkterfolg!

Das gilt insbesondere im Bereich der Entwicklung von Software. In Zeiten von SaaS ist die agile Softwareentwicklung selbst in traditionell orientierten Unternehmen kein Fremdwort mehr. Stärker noch als in anderen Branchen ist das stark vernetzte Arbeiten im digitalen Raum hier etabliert und als wertvoll anerkannt. Ist Software dein Produkt, bist du als Produktmanager also klar im Vorteil, wenn es um Remote Work geht.

Doch wie schaffst du es, in deinem Unternehmen eine Remote-Work-Struktur und Remote Produktmanagement zu etablieren? Welche Hürden musst du auf diesem Weg nehmen und welche Schritte sind die wichtigsten? Ich werde es dir anhand verschiedener Best-Practice-Beispiele erläutern. Doch zuvor eine grundlegende Regel: Die Organisationsentwicklung sollte ebenso wie die Produktentwicklung betrachtet werden. Niemand geht davon aus, dass ein Produkt von selbst zum Erfolg wird. Niemand hält Investitionen in ein Produkt für verschwendet. Niemand versteht die Produkteinführung als Selbstläufer. All das gilt auch für die Veränderungen im Team!

Strukturelle Veränderungen im Remote Work Teammanagement

Konkret bedeutet das, dass zunächst einige grundlegende Fragen gestellt werden müssen. Finde also heraus, mit welchen Problemen deine Mitarbeitenden in der Fernarbeit konfrontiert sind. Entwickle Lösungen, die wirklich passgenau sind. Frage nach, höre zu, sammle Daten. Nur so gelingt es dir, ein angenehmes und damit effektives Arbeitsumfeld zu schaffen.

Für dich als Teammanager respektive Produktmanager fallen auch einige schwierige Aufgaben an. Besonders knifflig wird es, wenn es um Neueinstellungen geht: Wie kannst du die besten Mitarbeitenden für dein Team auswählen? Wie schaffst du es, einen Bund mit neuen Teammitgliedern zu knüpfen, denen du nicht persönlich begegnest? Wie vermittelst du in einem Team aus Menschen, die über den ganzen Globus verteilt sind? Ich verrate es dir: Communication is key! Sind Transparenz und eine geschickte Unternehmenskommunikation im gewöhnlichen Büro wichtig, so sind sie im Remote Team Management überlebensnotwendig.

Nun aber zum Wesentlichen: Wie lässt sich all das konkret umsetzen und worauf kommt es ganz besonders an? Wie kannst du als Produktmanager dein Team in der agilen Softwareentwicklung remote zum Erfolg führen?

Remote-Teams, die den agilen Gold-Standard einhalten, sind erfolgreicher als traditionelle Teams!

Warum sind Remote Work Teams erfolgreicher?

All das klingt zu schön, um wahr zu sein? Ich habe den Markt genau beobachtet und kann dir die fünf wichtigsten Erfolgsfaktoren im Remote Team Management nennen. Das bedeutet ganz konkret: Werden diese agilen Techniken konsequent umgesetzt, lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Doch warum und wie genau schaffst du es, mit den Herausforderungen von Remote Work in der Produktentwicklung fertig zu werden?

Remote-Teams sind zufriedener

Im Remote Team Management gilt nach wie vor, dass das Personal das grösste Kapital des Unternehmens darstellt. Der Erfolg steht und fällt folglich mit den Teammitgliedern. Dieser wiederum sind im Homeoffice zufriedener als im Büro vor Ort. OwlLabs zufolge gaben in den USA 50 Prozent der Befragten an, keinen Job mehr annehmen zu wollen, der nicht zumindest teilweise remote erledigt werden kann. 77 Prozent sagten gar, es würde sie glücklicher machen, auch nach der Pandemie im Homeoffice arbeiten zu können.

Im Sinne einer nachhaltigen Personalentwicklung, die Burnouts und hoher Fluktuation vorbeugen will, ist Remote Work damit ein echtes Erfolgsmodell: Es setzt die Ressourcen der Mitarbeitenden frei, erhöht die Motivation und gibt die Möglichkeit zu einer besseren Work-Life-Balance. Das Beste daran: Als Remote Produktmanager musst du keine besonderen Massnahmen ergreifen, um von der erhöhten Zufriedenheit deines Teams zu profitieren.

Der Umgang mit Kunden ist effizienter

Produktteams in der Softwareentwicklung sind im B2B tätig. Hier beschränkt sich der Kontakt mit Kunden in aller Regel auf ein Minimum, was die Umstellung auf Remote Work deutlich erleichtert. Dennoch lassen sich derartige Kontakte auch im B2B nicht vollständig vermeiden – und müssen dementsprechend digitalisiert werden. Doch auch das stellt eine grosse Chance dar, die Produktivität des Teams und damit den Erfolg des Remote Produktmanagements zu steigern. Zurückzuführen ist das vorwiegend auf folgende Aspekte:

  • Du musst nun proaktiv vorgehen und Kontaktmöglichkeiten suchen.
  • Du musst deine Kommunikationsstrategie reflektieren und bewusst anpassen.
  • Kundengespräche sind zwangsläufig zielgerichteter als bisher.

Kunden können nicht mehr einfach im Büro vorbeikommen, sodass du gezwungen bist, die Kommunikation mit ihnen aktiver anzugehen. Konkret bedeutet das, dass Kontaktmöglichkeiten im Remote Produktmanagement proaktiv gesucht oder geschaffen werden müssen. Das wiederum erlaubt in letzter Konsequenz eine engere und effektivere Zusammenarbeit: Du kannst dich mit dem Verkaufsteam oder dem Account-Management kurzschliessen und hierüber neue Interaktionsmöglichkeiten mit Kunden gewinnen. Hospitationen in der Kundendienst-Pipeline oder im Account-Management-Treffen geben dabei einzigartige Einblicke in die Welt der Kunden: Was denken sie über dein Produkt? Welche Schwierigkeiten haben sie? Was ist ihnen besonders wichtig? Derartige Praktiken werden auch im Harvard Business Review empfohlen: Mitarbeitende ohne direkten Kundenkontakt sollten in Kundenmeetings anderer Abteilungen einbezogen werden, um den Kontakt remote zu halten, genauer gesagt zu intensivieren.

Selbstverständlich wären derartige Einblicke auch ohne Remote-Arbeit möglich. Doch seien wir einmal ehrlich: Wer würde sich ungezwungen die Mühe machen, seine Routinen derart umzustellen? Im Remote Team Management hingegen sind wir dazu gezwungen – was Remote-Teams letztlich erfolgreicher macht.

Priorisierung funktioniert remote besser

Jeder Selbstmanagementratgeber ist heute voll von Lobesliedern auf die Priorisierung. Besonders wichtig ist sie für Teams, die komplett remote arbeiten. Als Team- und Produktmanager ist es deine Aufgabe, Prioritäten zu definieren und klar zu kommunizieren. Konkret bedeutet das, dass du die Produkt-Roadmap ständig im Blick behalten und die Einzelaspekte gewichten musst. Das gilt zwar auch bei der Arbeit im klassischen Büro; doch nun darfst du dir keine Fehler mehr erlauben. Sobald dein Team über die ganze Erde verteilt ist und du niemandem mehr über die Schulter schauen kannst, sind schnelle Korrekturen nicht mehr möglich.

Konkret bedeutet das, dass du die Priorisierung mit der bereits beschriebenen maximal transparenten Kommunikation verbinden musst. Deine Aufgabe besteht also zentral darin, einen Weg zu finden, gemeinsam mit deinem Team Prioritäten in der Produkt-Roadmap zu setzen – und zwar so, dass alle alles verstehen. Die auch im 21. Jahrhundert beliebte Arbeit mit Clipboards und Post-its fällt dabei aus offensichtlichen Weg – und das ist auch gut so!

Vermutlich ist die klassische Arbeit an der Produkt-Roadmap für dich ein liebgewonnenes Ritual, das du für sehr sinnvoll hältst. Tatsächlich jedoch ist sie in höchstem Masse ineffizient. Die Remote-Arbeit zwingt uns dazu, auf effizientere Tools zurückzugreifen und unsere Prioritäten klarer zu setzen. Hierfür können wir nicht nur auf Videokonferenztools zurückgreifen, sondern auch auf speziell für diesen Zweck designte Tools. Besonders hilfreich sind hier RICE oder MoSCoW. Bei diesen Tools können alle Beteiligten zunächst eigene Prioritäten setzen, aus denen dann ein Gesamtscore für das Team berechnet wird. Hier zeigt sich einmal mehr der grösste Vorteil von SaaS: Niemand muss mehr vor Ort am PC arbeiten, um teilnehmen zu können. Diese technischen Fortschritte des SaaS können und sollten wir uns zunutze machen.

Auch hier zeigt sich, dass der Wegfall persönlicher Komponenten nicht zwingend einen Nachteil darstellen muss. Die positiven Aspekte der persönlichen Ebene können in der Videokonferenz hergestellt werden – und die ablenkenden, ineffizienten Aspekte fallen in der Digitalisierung schlicht weg. So schaffen es Remote-Teams, effizienter zu priorisieren – schlicht, weil sie dazu gezwungen sind.

Digitale Interaktion ist effizienter

Persönliche Kommunikation ist ersetzbar. Das klingt vermutlich provokant, zumal in einer Welt, in der alle Menschen erlebt haben, wie wichtig der persönliche Austausch ist. Doch im Laufe meiner Tätigkeit im Remote Produktmanagement habe ich gemerkt, dass sich alle Aspekte persönlichen Austausch auch digital verwirklichen lassen – und dass damit die Effizienz steigt.

Text-Chats sind in komplett remote arbeitenden Teams der absolute Klassiker. Doch in vielen Fällen genügen sie nicht. Der Austausch im grossen Team ist im Chat nur schwer möglich und im One-on-One-Setting sind auch Mimik und Gestik wichtig. Spätestens seit der Pandemie gibt es unzählige Lösungen für diese Probleme. Videokonferenzen lassen sich in diversen Tools durchführen – und für unterschiedlichste Zwecke optimieren. Mehr als schnelles Internet, ein Mikrofon und Lautsprecher sind dafür nicht nötig. In den allermeisten Fällen können Bildschirme geteilt, Dokumente gemeinsam bearbeitet und Breakout-Rooms genutzt werden. So lassen sich Zusammenkünfte im ganzen Team, Kleingruppenbesprechungen und Einzelgespräche jederzeit umsetzen.

Hinzu kommen asynchrone Formen der Kommunikation über die bereits genannten Text-Chats. Hier besteht in der Regel auch die Möglichkeit, Sprachnachrichten und Bilder zu versenden – was die Kommunikation nicht nur persönlicher, sondern auch effizienter macht. Der persönlichen Interaktion im Büro vor Ort ist die digitale Kommunikation aufgrund ihrer Vielfältigkeit und Spontanität überlegen: Austausch kann hier jederzeit innerhalb von Minuten stattfinden – ohne, dass jemand extra anreisen oder einen Meetingraum vorbereiten muss. Das spart Zeit, Geld und Nerven. Meiner persönlichen Erfahrung nach sind remote stattfindende Meetings ausserdem deutlich kürzer als Präsenzmeetings: Wir verschwenden weniger Zeit für Kaffee, lange Begrüssungen und hektisches Suchen in unseren Unterlagen. Stattdessen kommen wir direkt zur Sache und arbeiten fokussiert.

Die gesteigerte Flexibilität, die auch durch den Wegfall zeitfressender Meetings und ritualisierten Small-Talks zustande kommt, steigert dabei die Effizienz der Mitarbeitenden: In einer Stanford-Studie konnte gezeigt werden, dass die Performance von Teammitgliedern, die von zu Hause arbeiteten, deutlich stieg. Zurückgeführt wurde das unter anderem darauf, dass sie weniger Pausen einlegten und in ruhigerer Arbeitsatmosphäre weniger abgelenkt waren. Auch eine Studie aus dem Harvard Business Review vor der Coronapandemie kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Persönliche Interaktion im Büro vor Ort ist also nicht nur ersetzbar, sondern in überbordender Form mitunter gar ein Erfolgshindernis.

 Regelmässige Produkt Roadmap Reviews

Regelmässige Produkt Roadmap Reviews sind der ultimative Erfolgsfaktor in der agilen Softwareentwicklung! Hiermit hältst du dein Team zusammen, setzt Prioritäten und überprüfst den bisherigen Entwicklungsprozess der Software. Zum Einsatz kommen hierbei – ganz unabhängig davon, ob das Team remote arbeitet – unterschiedlichste technische Review-Lösungen. Die Remote-Arbeit bringt dabei den Vorteil mit sich, dass alle Teammitglieder problemlos auf das Tool zugreifen. Die regelmässige Besprechung der aktuellen Roadmap mit allen Teammitgliedern ist ein Privileg remote arbeitender Teams: Hier ist die Diskussion im grossen Team ohne grösseren Aufwand zu bewerkstelligen.

Doch das ist noch lange nicht alles. Diese regelmässigen Besprechungen der Roadmap in der grossen Runde dienen zwei Zielen: Sie fördern die projektbezogene Kommunikation und dienen darüber hinaus als wichtige Get-togethers, die den Zusammenhalt im Remote-Team fördern.

Fazit: Erfolgreiches Remote Produktmanagement

Produktmanager können in vollständig remoten Arbeitsumgebung erfolgreicher sein als im klassischen Büro. Wichtig hierfür ist die Orientierung an agilen Strategien. Ganz vorne stehen dabei eine transparente Kommunikation sowie ein offener Austausch im Team, der die unterschiedlichsten synchronen wie asynchronen Mittel nutzt. Regelmässige Produkt Roadmap Reviews und eine gute Planung der unterschiedlichsten Arbeitsaspekte sind in der Produktentwicklung aus dem Home-Office heraus von zentraler Bedeutung. Doch all das ist kein Hexenwerk: Kundenkontakte im B2B, Teambuilding und die Arbeit an der Produkt Roadmap lassen sich hier mit ein wenig Geschick weitaus effizienter gestalten. Remote Work ist die Arbeit der Zukunft! 

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